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Es gibt drei Warner-Filmparks auf diesem Planeten (die Six-Flags-Parks, welche ebenfalls mal unter der Regie von Warner liefen und verständlicherweise ebenfalls in Bereichen einen Filmeinschlag hatten, mal ausgenommen): Warner Bros. Movie World an der australischen Gold Coast, den Movie Park in Bottrop und Parque Warner bei Madrid. Schon die unterschiedlichen Namen geben einen Hinweis darauf, dass die Parks jeweils eine eigene Geschichte haben. Verwunderlich ist jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Historien bereits in der Anfangsphase unterscheiden. Betrachten wir mal die Parks im Einzelnen:

Den Anfang machte 1991 die australische Movie World. Finanziert wurde diese von Warner Bros. Recreation Enterprises (Teil der Entertainmentsparte von Time Warner Inc.) in Kooperation mit Village Roadshow und dem Sea World Property Trust. Letztere wurde gegründet, als die 1972 gegründete Sea World Australien im Jahr 1984 an die Börse ging. Seit 1992 hat der Trust neue Anteilseigner: Zwei Drittel gehören seitdem Warner Bros. und Village Roadshow, ein Drittel blieb im Besitz von Privatanlegern. Eigentlich müsste man auch noch auf den Wasserpark Wet'n'Wild eingehen, der wie Sea World direkt nebenan liegt und ebenfalls im Besitz von Village Roadshow ist (zumindest seit 1989, der Park wurde bereits 1984 als Cades County Waterpark durch die Herringe Group of Companies gegründet) und somit gute Möglichkeiten zum Crossmarketing bietet. Belassen wir es aber einfach mal bei dem Hinweis, dass sowohl Wet'n'Wild als auch Sea World nicht auf George Millay zurückgehen und nur auf der Erfolgswelle der gleichnamigen amerikanischen Parks mitreiten wollten.

Zurück zur Movie World, deren Masterplan auf C.V. Wood zurückgeht, einem der bekanntesten Freizeitparkplaner überhaupt. Das heutige Konzept des australischen Filmparks sieht einen Schwerpunkt auf Entertainment vor. So werden gerne mal teure Lizenzen eingekauft und dafür auf eine stärkere Anhäufung von Großattraktionen verzichtet. Die letzten Großattraktionen waren der Rocket Coaster Superman Escape, Scooby-Doo Spooky Coaster (beide mit aufwändiger Inszenierung) und Shrek 4D Adventure.

Der Park in Australien wurde gut von den Besuchern angenommen und so entschloss sich Time Warner einen Park mit nahezu gleichem Konzept auch in Deutschland zu eröffnen. Als Partner gewann man dazu Nixdorf und machte sich auf, das alte Gelände des Traumland- Parks (dessen Geschichte wurde in Park+Ride 27 beleuchtet) mit neuem Leben zu versehen, nachdem der zwischenzeitlich dort betriebene Bavaria Filmpark bereits wieder geschlossen hatte. Jener hatte gerade einmal zwei Jahre überlebt (von 1992 bis 1993), doch hielt das die Amerikaner nicht davon ab, es noch einmal an gleicher Stelle mit einem Filmpark zu versuchen. Die großen Unterschiede zum deutschen Vorgänger bestanden darin, dass im zweiten Versuch auf Fahrgeschäfte und große Namen gesetzt wurde. Zudem waren natürlich sowohl das Budget als auch die Erfahrung ein wenig größer als beim Vorgängerprojekt.

1996 eröffnete Warner Bros. Movie World in Bottrop in ähnlicher Form wie das australische Vorbild, jedoch mit einem stärkeren Fokus auf Fahrattraktionen. So wurde unter anderem das Bermuda Dreieck gegenüber dem australischen Masterplan ergänzt, dessen Vorbild in der Sea World zu finden ist. Angrenzend an den neuen Filmpark wurde ein Studioareal erreichtet, welches ausschlaggebend dafür war, dass das Land Nordrhein-Westfalen das gesamte Projekt am strukturschwachen Standort Bottrop am Rande des dicht besiedelten Ruhrgebiets finanziell unterstützte - sehr zum Unwohle der Freizeitpark-Konkurrenz.

Im Sommer 1996 eröffnete Warner Bros. Movie World und wurde in den nächsten Jahren um Attraktionen mit teils aktuellen Filmthemen erweitert, die helfen sollten, Besucher in den Park zu treiben und die Marke Warner in den Köpfen festzusetzen. Schließlich war der Freizeitpark nicht nur zur Unterhaltung der Gäste und Finanzierung seiner selbst gebaut worden, sondern hatte gleichzeitig eine Funktion als großes Werbeschaufenster für die Marke Warner.

Ende 1999 verkündete Premier Parks die Übernahme des Parks und ein Abkommen mit Time Warner, das in Europa, Latein- und Südamerika die alleinigen Nutzungsrechte an den Looney Tunes, Hanna-Barbera, Cartoon Network and DC Comics in Freizeitparks sicherte. Zudem erlaubte es Premier Parks in den gleichen Regionen weitere Filmwelten mit dem Namen Warner Bros. Movie World aufzubauen. Time Warner zog sich komplett aus der Freizeitparkbranche zurück - abgesehen vom Teilengagement in Australien.

Vor diesem Schritt waren jedoch schon die Planungen für Warner Bros. Movie World Madrid angelaufen. Die Stadt hatte sich bereits auf das Projekt vorbereitet und trieb nach dem Ausstieg von Warner das Projekt von sich aus weiter. Letztendlich holte man sich mit Premier Parks bzw. Six Flags einen Themenpark-erfahrenen Manager an Bord (die entsprechenden Abkommen mit Warner gehörten bereits mit zu dem oben genannten Deal), der auch gleich Anteilseigner (5%) wurde. Die weiteren Anteilhaber der Betreibergesellschaft sind Arpegio / Comunidad de Madrid (40%), Caja Madrid (20%), Fadesa (15%), NH Hoteles (5%), El Corte Inglés (5%), Dragados (2%), FCC (2%), Necsa (2%), Ferrovial (2%), ACS (2%).

Eröffnung feierte Warner Bros. Movie World Madrid am 5.4.2002. Bis auf den kurzfristig von Six Flags eingebrachten Super Boomerang war auch alles im in allen Sinnen großzügig geplanten Park rechtzeitig fertig geworden, der schon allein wegen der Unterstützung der Stadt auf eine gute Infrastruktur, unter anderem mit eigener Schnellstraße und Bahnanschluss, blicken kann.

Im November 2004 wurde der ursprünglich auf 99 Jahre ausgelegte Management-Vertrag mit Six Flags aufgelöst, die Lizenzen blieben jedoch alle erhalten. Übernommen wurden die Aufgaben von der ortsansässigen Firma Global Estudios, die bereits beim Erstellen des Masterplan des Parks involviert war. Die bislang auffälligste Änderung seit dem Wechsel ist die Namensänderung zur Saison 2006 in Parque Warner Madrid. Zudem gibt es Bestrebungen, das Gelände um den Park anderweitig zu vermarkten. Ein Hotel mit Filmthema, ein Factory Outlet Center, Einkaufszentrum, Wasserpark und ein Entertainment-Bereich sind angedacht.

Ebenfalls einen neuen Namen hat die deutsche Movie World. Nach der Übernahme des europäischen Six-Flags-Ablegers (mit Ausnahme des spanischen Filmparks) durch Starparks wurde der Anlage der Titel Movie Park Germany gegeben. Den Ursprungsnamen hat also nur noch der Park in Australien, mit dem alles anfing, doch auch der hat seit kurzem keinen direkten geschäftlichen Bezug mehr zu Warner. Village Roadshow hat die Warner-Anteile von Sea World und dem australischen Filmpark gekauft und zugleich die Rechte erhalten, nicht nur Warner Bros. Movie World in gewohnter Form weiter zu führen, sondern auch neue Themenparks zum Thema Warner Bros. in Asien zu initiieren. Vielleicht ist somit das Ende der Warner-Parks also doch noch nicht gekommen; von Six Flags (durch den alten Deal zwischen Premier Parks und Warner in ähnlicher Art) sind ja eher keine Warner-Filmparks mehr zu erwarten.

Text: Ralph Latotzki

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