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Erklärt
von Alexander Göttmann
Das Prinzip der
Wirbelstrombremse wird anstellen eingesetzt,
bei denen es auf hohe Zuverlässigkeit
und Verschleißunanfälligkeit
ankommt. Ein wichtiges Merkmal der Bremsen
ist, dass sie unter allen Umständen,
also auch beim Ausfall von Strom, Druckluft
oder Hydraulik bremsen. Diese Eigenschaften
hören sich zuerst phänomenal
an, aber es gibt einen entscheidenden
Nachteil: Die Bremsen sind nicht in der
Lage, ein Objekt an einer Vordefinierten
Stelle komplett zum Stillstand zu bringen,
sondern nur auf ein vorher berechenbares
Niveau abzubremsen. Zum exakten Halt sind
also noch zusätzlich konventionelle
Bremsen Notwendig, die dann aber verhältnismäßig
klein ausfallen können.
Bevor ich Euch allerdings die Praktische
Anwendung erkläre, muss ich Euch
leider ein wenig in die Physik entführen,
die dahinter steckt. Aber keine Angst,
ich werde nicht mit Formeln um mich werfen.
Man bedient sich für dieses Bremssystem
mehrerer Effekte, die beim Zusammenspiel
von elektrischer und magnetischer Wechselwirkung
auftreten. Diese Effekte werden vollständig
durch die Maxwellschen Gleichungen beschrieben.
Der Ein oder Andere mag diesen Namen schon
in der Schule gehört haben, aber
deren genaue Kenntnis ist nicht für
das Verständnis des Systems notwendig.
Als ein magnetisches Feld bezeichnet man
einen Bereich im Raum, in dem auf einen
Magneten Kräfte wirken. Das Feld
wird u.A. charakterisiert durch virtuelle
Feldlinien, die den Weg beschreiben, auf
dem sich ein Magnet in diesem Feldbewegen
würden. Ein magnetisches Feld wird
z.B. durch einen Elektro- oder Permanentmagneten
verursacht. Permanentmagneten lassen sich
nur sehr schwer entmagnetisieren, z.B.
durch ein starkes äußeres Magnetfeld,
große Hitze oder starke Stöße.
Sie tragen also den Zusatz "permanent"
zu Recht. Der eigentliche Clou, der bei
dem Bremssystem ausgenutzt wird, ist,
dass ein magnetisches Feld auch eine Wirkung
auf bewegte Elektronen hat. Ist ein Elektron
in Ruhe, so hat es keinerlei magnetische
Eigenschaften. Erst, wenn es sich in einem
Magnetfeld bewegt, wird eine Kraft senkrecht
zu den magnetischen Feldlinien und seiner
Bewegungsrichtung. Es selbst wird also
nicht nach vorne oder hinten, sondern
nur zur Seite abgelenkt. Würde sich
das Elektron also in einem Leiter befinden,
der durch ein Magnetfeld bewegt wird,
könnte man an den Enden ein Spannung
messen. Diesen Effekt nennt man Induktion.
Da sich durch die Einwirkung der seitlichen
Kraft natürlich die Bewegungsrichtung
der Elektrons ändert, ändert
sich auch die Richtung der Kraft entsprechend,
die auf das Elektron wirkt. Das Ergebnis
ist, dass sich das Elektron auf einer
Kreisbahn in dem Magnetfeld bewegt, also
einen Wirbel bildet. In Verbindung damit,
dass man bewegte Ladungen als Strom bezeichnet,
kommt man zu dem Namen "Wirbelstrombremse".
Die Induktion wirkt aber nicht nur in
die eine, sondern auch in die andere Richtung.
So erzeigt auch ein Bewegtes Elektron
wiederum ein Magnetfeld. Hier kommt nun
der eigentliche Bremseffekt zustande.
Aus dem oben erwähnten Gleichungen
ergibt sich die So genannte Lenzsche Regel
(hier etwas angepasster Form): "Ein
durch ein Magnetfeld auf eine Kreisbahn
gebrachtes Elektron erzeugt ein Magnetfeld,
das in seiner Kraftwirkung der ursprünglichen
Bewegungsrichtung entgegenwirkt."
Man kann sich also vereinfacht vorstellen,
dass durch die rotierenden Elektronen
ein Elektromagnet entsteht, der sich von
dem äußeren Magnetfeld abstößt.
Da bei dem Bremsvorgang die Geschwindigkeit
abnimmt nimmt auch die Bremskraft rapide
ab. Dies ist der Grund, warum nicht ganz
bis zum Stillstand abgebremst werden kann.
Kommen wir nun zu der praktischen Anwendung
des Bremssystem, wie es u.A. bei Achterbahnen
und Free-Falls benutzt wird. An der Fahrgondel
bzw. dem Wagen wird ein Schwert angebracht.
Das ist letztendlich nichts anderes, als
eine Metallplatte. An der Bremstrecke
sind links und rechts Permanentmagnete
angeordnet, in deren Magnetfeld das Schwert
eintaucht. In dem Schwert vollführen
die Elektronen ihre Kreisbahn, da sie
ja mit dem Schwert durch das Feld bewegt
werden, und erzeugen damit, wie oben beschrieben,
Das Magnetfeld, das für die eigentliche
Bremswirkung sorgt. Durch den hohen Stromfluss
in diesen Schwerten erhitzen sich diese
auf ca. 100° Celsius. Bemerkenswert
ist noch, dass die Bremsung durch keinerlei
mechanische Einflüsse herbeigeführt
wird, also fast verschleißfrei ist.
Der einzige Verschleiß, der auftreten
kann, ist die langsame Entmagnetisierung
der Permanentmagneten durch Rütteln
an der Aufhängung, oder durch das
Erdmagnetfeld )dies ist der gleiche Grund,
durch den Videokassetten mit der Zeit
ihre Magnetisierung verlieren, allerdings
sind eher die Achterbahn verschrottet
wird, als dass die Bremswirkung merklich
nachlässt.
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