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          Eurofighter im Adventure Island  
Bericht von Tom Chor

Bereits am 10. Februar diesen Jahres eröffnete östlich von London in Southend-on-sea der direkt an der Themse-Mündung liegende Park Adventure Island die wohl europaweit erste Achterbahnneuheit 2007 namens "Rage". Schon von weitem sticht dem Besucher die rosa-gelbe Konstruktion auf dem eh schon recht bunten Gelände ins Auge. Da Platz in dem am längsten Pier der Welt liegenden Park Mangelware ist, musste für die vierte Auslieferung eines Euro-Fighters von Gerstlauer innerhalb Europas die bis zur vorherigen Saison in Betrieb befindliche Wildwasserbahn weichen.

Da trotzdem wenig Freifläche zur Verfügung stand, wurden die 361 Schienenmeter der für den Park mittlerweile vierten Achterbahn sehr geschickt auf die ungefähr 60x38 Meter kleine Fläche integriert. Zudem wurde die Turmattraktion SkyDrop abgebaut und an einer neuen, freien Stelle hinter Rage wieder aufgebaut. Die komplette Anlage steht auf einer Sohle, da diese Lösung günstiger als eine wie sonst übliche Montage auf extra dafür gefertigten Fundamenten ausfällt. Die Wagen haben im Gegensatz zu "Vild-Svinet" im Bonbonland und "Typhoon" im Bobbejaanland das neue Design, welches bei "Speed:No Limits" im Oakwood Theme Park Premiere feierte und sich hauptsächlich durch eine flacher und kantiger gestaltete Schnauze auszeichnet.

Sobald der Wagen mit seinen 2 Sitzreihen für je 4 Personen beladen wurde und die durch Stickstoff-Hydraulik-Zylinder stufenlos arretierenden Schulterbügel grünes Licht für die Startfreigabe signalisieren, rollt dieser aus der Station durch eine Rechtskurve vor den Lifthill oder besser gesagt Lifttower. Dort gestoppt, läuft die Kette unter dem Zug in langsamer Geschwindigkeit soweit, bis ein an die Kette montierter Mitnehmer in den Chain-Dog des Wagens einhakt, um diesen mit seinen nun gen Himmel blickenden Passagieren senkrecht auf 22 Meter zu ziehen. Im Gegensatz zu der Anlage im Bobbejaanland wird die Kette, während sich der Wagen in der Mitte des Lifts befindet, nicht wieder langsamer, um eventuell einen zweiten Wagen am Fuße des Lifts aufzunehmen. Die von vielen als unangenehm empfundene vertikale Strecke wird somit also in kürzester Zeit absolviert. Am Ende der Senkrechte angekommen, verringert sich die Geschwindigkeit der Kette wieder, so daß man langsam über die Kuppe des Turmes dem First Drop entgegen gezogen wird. Doch bevor man die schöne Aussicht auf das Meer zur Rechten genießen kann, stürzt der Wagen den für diesen Achterbahntyp üblichen 97 Grad steilen First Drop hinab, um im Tal mit 70km/h direkt in den Looping zu rasen. Da dieser aufgrund des Platzmangels relativ rund ausgefallen ist, sind Ein- und Ausfahrt entsprechend intensiv, während man am Scheitelpunkt durch die geringe Geschwindigkeit ein wenig im Bügel hängt. Das nun folgende Element wird von Gerstlauer "Inline-Looping" genannt und lässt sich wohl am ehesten als Overbanked-Turn bezeichnen. Wobei hier durch den sehr kleinen Wenderadius eine so große Querneigung und solch steile Auf- und Abfahrten erreicht werden, dass man das ganze wohl tatsächlich als Überschlag bezeichnen könnte. Nach einer Talfahrt am Looping vorbei schließt sich eine hoch gelegene 180Grad-Wende über der Warteschlange an, der ein Hangtime-lastiger Heartlinespin und eine steile 180Grad-Rechtskurve folgen. Die Abfahrt führt in ihrem Tal in einen rasanten Umschwung, der direkt in die finale 360Grad-Aufwärtshelix führt. Sobald diese durchfahren ist, wird der Wagen auch schon von den Wirbelstrombremsen, welche aus Permanentmagneten unter dem Wagen und Bremsschwertern auf der Strecke gebildet werden, sanft abgebremst. Mittels einer Rechtskurve geht es dann wieder in die Station zum Entladen.

Die Höchstkapazität der Bahn liegt bei 850 Personen pro Stunde und wird durch 3 maximal im Betrieb befindliche Wagen auf der Strecke gewährleistet. Wie eng die Bahn in den bestehenden Park integriert wurde, ist wirklich erstaunlich. Der Inline-Looping führt zum Beispiel teilweise über einem neu errichteten Imbiss her, während die Finalhelix direkt an dem Darkride "Beelzee Bobs Trial" zu kleben scheint. Aus dem kompakten Layout hat Gerstlauer direkt das Standardmodell "Euro-Fighter 320+" in sein Angebot aufgenommen, welches 2007 erneut im holländischen Duinrell verwirklicht werden sollte, aber aus diversen Behördenkonflikten heraus auf 2008 verschoben wurde. Auf den äußeren Plätzen des Wagens sind die Fahreigenschaften durch die teils sehr kleinen Radien insbesondere am Inline-Looping etwas ruppig, allerdings ist die komplette Fahrt noch rundum als angenehm zu bezeichnen. Im Großen und Ganzen betrachtet, präsentiert Adventure Island mit Rage auf kleinstem Raum eine nicht nur optisch, sondern auch fahrtechnisch spektakuläre Fahrt, die das Achterbahnportfolio in Adventure Island enorm aufwertet.

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