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  Erfolgreich, und doch gescheitert  
Bericht von Horst Jansen

Minidomm war ein Freizeit- und Miniaturpark, der 1962 durch den Düsseldorfer Architekten Wilhelm Dommel – nach dem Vorbild des Madurodam in Den Haag – selbst entworfen und in Ratingen eröffnet wurde.
Bereits Mitte der 1950er Jahre begann er mit der Planung des Parks. Als Standort wählte er ein verkehrsgünstiges Gelände am Autobahnkreuz Breitscheid, an dem sich die Autobahnen A 3 und A 52 kreuzen. Dieses Gelände war ein Sumpfgebiet, welches zur Nutzung erst mit Kies und Sand befestigt werden musste. Mit Hilfe erfahrener Handwerker, welche sich jedoch bisher noch nicht mit Modell- und Parkaufbau beschäftigt hatten, begann er 1966 anhand von Bildern und später unter Zuhilfenahme von echten Bauplänen mit dem originalgetreuen Nachbau berühmter Gebäude im Maßstab von 1:25 und eröffnete das Minidomm schließlich am 2. April 1967. Insgesamt wurden in den Aufbau des Miniaturparks um die 26 Millionen DM (ca. 13,5 Millionen Euro) investiert, dabei 1968 unter anderem auch in die Eröffnung des angrenzenden Autokinos und in den Bau eines Restaurants.

Im Zentrum des Parks wurde das Bremerhavener Hafenbecken errichtet, in dem sich schon damals automatisch Schiffe bewegen konnten. Um das Hafenbecken wurden weitere Modelle wie etwa das Atomium Brüssel, die griechische Akropolis, das Brandenburger Tor, Cape Kennedy, der Dresdner Zwinger, das Danziger Krantor, die Dortmunder Westfalenhalle, der Eifelturm in Paris, das Riesenrad aus dem Wiener Prater, der Schiefe Turm von Pisa, das bayerische Schloss Neuschwanstein, das amerikanische Weiße Haus und viele andere Sehenswürdigkeiten mehr errichtet. Die Instandhaltung dieser Modellbauten, welche aus Holz, Stahlträgern und Kunststoffen hergestellt wurden, erwies sich in den Folgejahren als sehr aufwendig. Die Umweltbelastung durch Wind und Wetter, durch die damals noch erheblich verschmutze Luft des nahen Ruhrgebietes und durch den praktisch angrenzenden Flughafen Düsseldorf stellten sich als beträchtlich heraus. Die kurze Lebensdauer der Modelle und die Instandhaltungskosten erwiesen sich als großes Defizit und waren unter anderem Grund für das spätere Aus in den 1990er Jahren.


Aufstieg und Niedergang
Vor dem Niedergang war dem Park erst einmal eine beinahe blitzsaubere Karriere beschieden: In den 1970er Jahren wurden weitere Millionen in den Aufbau eines Puppentheaters, eines Spielplatzes, einer Minigolfanlage und weiterer Modellbauten der amerikanischen Geschichte investiert. In den Folgejahren wurde Minidomm zu einem Besuchermagneten mit über 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr. Auch in den folgenden 1980er Jahren und Anfang der 1990er war der Erfolg von Minidomm groß. Doch der bald folgende Niedergang des Parks war unter anderem auch heute noch bekannten Faktoren zuzuschreiben: nicht genehmigte Bauanträge, keine Möglichkeiten der flächenmäßigen Erweiterung und letztendlich hierdurch entstandene finanzielle Schwierigkeiten.

Ursprünglich wurde der Miniaturpark von Wilhelm Dommel alleine geleitet. Im Jahre 1987 übernahm sein Sohn Georg Dommel die Leitung des Parks; Wilhelm Dommel verstarb nur wenig später im Jahre 1988. Kurz nach dem 25. Geburtstag vom Georg Dommel musste Minidomm im Oktober 1992 geschlossen werden. Nach der Schließung wurden die Modelle verkauft oder abgerissen und verschrottet. Auf dem ehemaligen Gelände das Parks und des Autokinos befinden sich heute Bürogebäude und Parkplätze. Wer überhaupt noch weiß wo der Park existierte und intensiv sucht, kann noch einige wenige Relikte aus der damaligen Zeit finden... <<< Ich kann mich noch gut an meinen ersten Besuch im Minidomm erinnern. Meine Großeltern nahmen meine Schwester und mich mit auf einen Familienausflug, bei dem wir nicht wussten, wo es hingehen sollte. Das muss Anfang der 1980er Jahre gewesen sein. Als wir im Minidomm ankamen, war ich – ganz kleiner Junge – natürlich gleich vernarrt in die vielen schönen Miniaturbauten. Ich weiß noch, dass ich mich gerade an der Raketenbasis des Cape Kennedy nicht satt sehen konnte. Auch die vielen anderen, teilweise animierten und durch einen Knopfdruck in Bewegung zu bringenden Modelle hatten es mir damals schon angetan. <<<

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