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Bericht
von Nina Jansen
Ein Mammut
kommt selten allein, und so präsentiert
dieses Jahr auch der direkt am Gardasee
liegende Freizeitpark Gardaland eine Achterbahn
namens "Mammut" als Neuheit. Hierbei handelt
es sich jedoch nicht, wie im schwäbischen
Tripsdrill, um eine Holzachterbahn, sondern
um einen Minetrain MK 1200 aus dem Hause
Vekoma mit Polarthema. Eingebettet wurde
die Bahn in einen neuen 5000 m² großen
Themenbereich, zwischen dem aus gleicher
Produktion stammenden SLC "Blue Tornado"
und der Aussichtsplattform "Flying Island".
Hier wirkt die Bahn leider ein wenig wie
ein Fremdkörper, da die Themenbereiche
der drei Attraktionen nicht so recht zusammenpassen
wollen. Die Polarthematisierung haben
sich übrigens die Parkbesucher im letzten
Jahr in einer Abstimmung zwischen drei
verschiedenen Themen ausgesucht. Zur weiteren
Auswahl standen noch die Themen "König
Solomons Goldmine" und "Ghost Train".
Das Thema "Polar" wurde in dem Bereich
sehr schön umgesetzt: Man fühlt sich direkt
nach Betreten des Wartebereichs ins Ewige
Eis transferiert, auch wenn einem die
Temperaturen schnell wieder verraten,
wo man sich wirklich befindet. Umso weniger
erfreulich ist es, dass der gesamte Themenbereich
von außen kaum einsehbar ist und somit
nur die Fahrgäste sowie die Besucher in
der Warteschlange in den Genuss der teilweise
sehr detaillierten Thematisierung kommen.
So findet man zum Beispiel Abdrücke von
Fossilien in den Wänden, auf dem Gelände
verteilte eingeschneite Expeditionsfahrzeuge
und sogar ein abgestürztes Flugzeugwrack.
Folgt man dem Wartebereich, gelangt man
ohne große Umwege zum Bahnhof der Achterbahn,
die als Expeditionsstation gestaltet ist.
Obwohl die gesamte Station komplett aus
Wellblech besteht und es keine Klimaanlage
in dem Gebäude gibt, sind die Temperaturen
sogar während der Mittagshitze recht angenehm.
Hat man in einem der 32 Sitze des Zuges
Platz genommen, geht es nach einer Rechtskurve
direkt auf den ersten Lift. Der Streckenverlauf
ist übrigens bis zum dritten Lift identisch
mit dem Mine Train "Calamity Mine" in
Walibi Belgium. Dort, wo es bei der Anlage
in Belgien jedoch Richtung Schlussbremse
geht, erklimmt der Zug hier einen weiteren
Lift und stürzt sich im Anschluss eine
540° Helix hinab, in der der Zug noch
einmal sehr schnell Fahrt aufnimmt. Hier
begegnen die Expeditionsteilnehmer auch
dem ca. fünf Meter großen, der Bahn ihren
Namen gebenden Mammut. Dieses Mammut wurde
übrigens, so wird erzählt, bei dieser
in den 40er-Jahren stattfindenden Expedition
im tiefen Eis entdeckt. Nach dieser Begegnung
durchfährt der Zug noch einen kürzeren,
etwas kurvigen Streckenabschnitt, bevor
er sanft in den Magnetbremsen abgebremst
wird und am Ende der 1030 Meter langen
Strecke zurück in die Station rollt. Die
gesamte Fahrt ist zwar verhältnismäßig
rasant, jedoch bleibt die Achterbahn vollkommen
familientauglich und füllt somit die offene
Lücke im Achterbahnangebot.
Leider gibt es jedoch auch die ein oder
andere Stelle im neuen Themenbereich,
die ein wenig negativ ins Auge sticht.
Hier sei zum einen der etwas trostlose
Wartebereich aus unzähligen Wartegittern
genannt, aber auch die Station. Diese
könnte ein wenig Dekoration vertragen,
da leider im Inneren nichts an eine Expedition
zum Nordpol erinnert. Auch die Tatsache,
dass es am Nordpol keine Berge aus Fels
gibt, scheint die Besucher nicht zu stören
und beeinträchtigt auch das Gesamtbild
der Anlage nicht. Insgesamt hat das Gardaland
mit Mammut eine klasse Familienachterbahn
errichtet, die das Familienangebot im
Park perfekt ergänzt und von den Besuchern
sehr gut angenommen wird.
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