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                              neue Besen fliegen gut
Vorgestellt von Ralph Latztoki

Gerade einmal 5 Hektar beträgt die Fläche des Tivoli Gröna Lund auf der zu Stockholm gehörenden Insel Djurgården, die ganz der Kunst, dem Erlebnis und insbesondere dem Vergnügen gewidmet ist. Wie wenig Platz das tatsächlich ist, machen am besten die letzten Neuheiten des Parks deutlich: Für einen Kontiki von Zierer musste der Indoor-Breakdance Pop Expressen weichen. Dieser war jedoch so beliebt, dass er im alten Skooter-Pavillon unter einem Restaurant wieder aufgebaut wurde. Der Skooter wiederum wanderte in das Gebäude der Go-Kart-Bahn, welche nun leider Geschichte ist.

Noch ein wenig abenteuerlicher ging es bei der Realisierung des Wunsches zu, eine Wilde Maus permanent in den Park zu holen, nachdem eine reisende Maus kurzzeitig einmal auf dem Parkplatz neben dem Park gastierte. Die erste Überlegung war, diese auf die Geisterbahn zu setzen. Doch dann machte man sich mit Hilfe von Werner Stengel ans Werk, Vilda Musen auf die Fläche eines dafür den Park verlassenden Traumboots (Hersteller Weber) zu zaubern. Der Clou war die Einflechtung der neuen Gerstlauer-Bahn (eine Schlittenachterbahn mit vielen Maus-Elementen) in die für ein nichtvorhandenes künstliches Dekorationsgebirge überdimensionierte Stützenkonstruktion von Jetline.

Diese beiden Achterbahnen fallen zwar in die Kategorie Familienbahn, sind aber ziemlich wild. Und um die Lücke zwischen diesen und der Kinderachterbahn Nyckelpigan (ein kleiner Tivoli Coaster von Zierer) zu schließen, entschloss sich der achterbahnverliebte Parkchef, in einen Suspended Family Coaster zu investieren. Wieder stellte sich die Frage, wo sich eine solche Anlage unterbringen ließe. Denn selbst der kleine zu Testzwecken gebaute Prototyp, den der Movie Park geleased hat, hätte in Gröna Lund keinen Platz gefunden. Also wurden das Riesenrad an einen indischen Park verkauft und der Disco Jet eingelagert (möglicherweise wird dieser in Zukunft seinen Betrieb wieder auf der Geisterbahn aufnehmen, deren rückseitiger Teil für eine solche Belastung ausgelegt ist). Somit war immerhin Platz für die Station und eine Helix. Der Rest wurde nach oben gebaut. Der Lift führt über die Geisterbahn und den vorgelagerten Teil von Jetline, der First Drop taucht mit Blickrichtung auf das Meer unter diesem ab. Auf der anderen Seite der Station schlängelt sich die Strecke über den Köpfen der sich auf dem Vorplatz des Spukhauses aufhaltenden Parkgäste hinweg. Insbesondere diese beiden Streckenabschnitte sorgen dafür, dass die Besucher ein sehr freies Fahrgefühl empfinden. Dazu tragen auch die schwingenden Fahrgastträger und die weit voneinander entfernten Sitze bei. Außerdem wird dadurch dem Konzept Rechnung getragen, das Fahrterlebnis als Ritt auf dem Hexenbesen (so der übersetzte Name) zu vermarkten.

Die Gestaltung von Kvasten stammt von den Farmer Studios und ist gewohnt überzeugend ausgefallen. Sie konzentriert sich nicht nur auf die Station, auch die dicke Stütze vor dem Spukhaus wurde verkleidet. Die beiden Attraktionen verbindend wohnt dort nun eine Kreatur, die jedes Mal wütend wird, wenn der Zug vorbeifährt, was sich durch einen Feuerstoß bemerkbar macht.
Kvasten macht Spaß, sieht gut aus und passt perfekt zur angestrebten Zielgruppe. Dies zeigt sich insbesondere dadurch, dass die Besucher während der Fahrt freudig Arme und Beine in die Luft werfen. Und das selbst nach langer Wartezeit, die bei nur einem vorhandenen Zug nicht nicht immer ausbleibt.

Bemerkenswert ist das Konzept des Herstellers Vekoma hinter dem Suspended Family Coaster. Die Strecke ist so berechnet, dass die Wagen in der Zugmitte wegen des passenden Bankings nichts schwingen. Vorne und hinten tun sie dies leicht, durch die Dämpfer ist ein Schlingern jedoch ausgeschlossen. Theoretisch wäre es sogar möglich, den Zugtyp für Streckenführungen mit Übersclägen zu verwenden. Und auch den Belastungen eines Abschusses würde er stand halten. Eins würde sich am Zug bei einem Einsatz auf Überschlagachterbahnen jedoch ändern: Der Schoßbügel müsste dann einer Art Weste weichen - eine Weiterentwicklung des Systems, was Vekoma bei den Flying Coastern eingesetzt wird

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