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1.Mai 2001
64 leicht verletzte Besucher und Schäden in Millionenhöhe forderte ein Grossbrand im Phantasialand Brühl. Gegen 13:40 hörte der Senior-Chef des Freizeitparks, Gottlieb Löffelhardt die Aktivierung einer Sicherheitsbremse an der rund 25m hohen Gebirgsbahn, einem Wahrzeichen des Parks. Sofort eilte er zum Operator der Attraktion der angab, es gäbe eine Rauchentwicklung. Zur Sicherheit der Gäste bestand Gottlieb Löffelhardt auf eine sofortige Räumung.

Nach der erfolgten Alarmierung der Rettungsleitstelle des Erft-Kreises waren über 600 Kräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste im Einsatz. Auf der Pressekonferenz wurde von Seiten der Stadt Brühl und dem anwesenden Regierungspräsidenten die vorbildliche Evakuierung und Rettung der Gäste gelobt (demnach keinerlei Probleme mit Sicherheitstüren, Wegen usw.). Auch der Ministerpräsident Wolfgang Clement machte sich vor Ort persönlich ein Bild. Zerstört wurden im Einzelnen die Gebirgsbahn, die Grand-Canyon-Bahn sowie das Tanagra-Theater. Teile der Westernstadt sowie Schienen der Monorail wurden beschädigt.

Die Gebirgsbahn war erst vor kurzem für rund 300.000,-DM modernisiert worden. Bauarbeiten fanden zur Zeit des Brandes aber nicht statt. Genaue Angaben zur Brandursache liegen z.Zt. immer noch nicht vor. Augenzeugen berichteten jedoch von einer Rauchentwicklung an der Grand-Canyon-Bahn.

Das Phantasialand blieb nach dem Brand bis einschließlich 16.5. geschlossen. Nach dem Abriss der Gebirgsbahn erinnern derzeit nur ein roter Bauzaun und das dachlose Tanagra-Theater an das Unglück. Auf welche neue Attraktion sich die Besucher in der nächsten Saison freuen dürfen, ist derzeit noch ein gut gehütetes Geheimnis. Es wurden jedoch bereits Vermessungsarbeiten beobachtet und Markierungen auf dem Gebirgsbahn-Gelände gesichtet. Das Tanagra-Theater soll, zumindest äußerlich, wieder aufgebaut werden. Ob eine neue Elektronik-Show Einzug halten wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Die Strecke der Monorail wird in den nächsten Wochen wieder geschlossen.

Nach dem Feuer wurden dem Park scharfe Auflagen des TÜV auferlegt, so dass einige Attraktionen umgestaltet werden mussten. Am stärksten betroffen waren hiervon die Gondelbahn und die Silbermine - letztere war bei Redaktionsschluss noch nicht wieder in Betrieb. Es ist davon auszugehen, das das Phantasialand die neuen Sicherheitsvorschriften, wie gewohnt, mehr als erfüllen wird. Zur Schaffung von Ersatzkapazitäten wurde zwischenzeitlich im ehemaligen Tigergehege eine Kinderattraktion mit ferngesteuerten Bötchen eingerichtet ("Käpt'n Blackbeards Piratenflotte"). Die Bauarbeiten an den neuen Attraktionen in Wuzetown konnten durch die Betriebspause erheblich beschleunigt werden, so dass diese dem Publikum in absehbarer Zeit übergeben werden können.

Zu kritisieren bleibt einmal mehr die reißerische und schlecht recherchierte Berichterstattung in den Medien, die teilweise jeder Grundlage entbehrte!


Text: Jürgen Meinerzhagen



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