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Bericht
von Steffen Foellmer
Seit dem 26.09.2008
fährt im Familien- und Freizeitpark Trampolino
in Andernach (Rheinland- Pfalz) eine Neuentwicklung
von abc rides.
Bevor die „Flotte
Biene“ startet, gilt es drei Treppen hochzusteigen,
da der Kettenlift den Bob nur ohne Personen
befördert und sich der Startpunkt somit
in dem 10 m hohen Turm befindet. Nach
dem Einsteigen in den bügellosen Bob mit
maximal einem Erwachsenen und einem Kind
(Mindestalter 4 Jahre) geht die Fahrt
los.
Alternativ können auch - passend zur Zielgruppe
des Parks - drei Kinder (Mindestalter
7 Jahre) fahren. Eine nach unten führende
leichte Linkskurve bildet den ersten Drop,
welcher danach gerade auf einen Hügel
und in die zweite Abfahrt mündet. Die
Höchstgeschwindigkeit wird mit 42 km/h
angegeben, was manchen Kindern doch einen
Schrei entlockt. Nun ist man am gegenüberliegenden
Ende der Bahn. Der Bob fährt eine lang
gezogene Linkskurve, um nach einem Rechtsschlenker
und zwei Hügeln in die Magnetbremse zu
rollen. Nach dem Aussteigen schickt der
Operator auf dem Turm den Bob auf den
Lift. Da es nur eine Schlussbremse gibt,
kann erst dann der andere Bob starten.
Die Schienenlänge beträgt knapp 200 m
und besteht aus Stahlrundrohren mit Querverbindungen,
die Grundfläche wird mit kompakten 10
m x 76 m ausgewiesen. Der Durchsatz beträgt
ungefähr 200 bis 300 Personen in der Stunde.
Die Bobs besitzen keine eigene Bremse,
dafür neben den vier Laufrädern, auch
vier Führungs- und vier Upstopräder.
IDie Bahn fährt
sich sehr angenehm und sie bietet wichtige
Elemente, welche auch die größeren Bahnen
attraktiv machen. Der Fahrspaß ist an
den Gesichtern der aussteigenden Kinder
erkennbar und daran, dass sie es nicht
bei einer Fahrt belassen.
Für abc rides ist es der erste Coaster.
Die Firma baute zuvor zwar schon größere
Fahrgeschäfte als dieses, jedoch in anderen
Kategorien. In den Referenzen findet sich
beispielsweise der Maibaum (Tripsdrill),
Tilt Tower (Belantis) und viele Wasserfahrgeschäfte
wie River Splash (Steinwasen Park; Prater),
Bootsfahrten und Flume-Rides in allen
Größen wie den Grand Flume Ride „Stormforce
10“ (Drayton Manor Park).
Wolfgang Wingender, Eigentümer des Trampolino,
regte die Entwicklung dieses Fahrgeschäftes
an und bestellte es im Frühjahr 2008.
Nach der Entwicklungsphase wurde es in
der Schweiz testweise aufgebaut. Für Wingender
waren die Vorgaben klar. Er wollte ein
Fahrgeschäft mit geringem Strombedarf
(5 kW / 10 A) und wenig Wartungsaufwand.
Außerdem sollte es mit nur einem Operator
bedient werden können und der Anschaffungspreis
für einen kleinen Park erschwinglich sein.
Wingender ist zufrieden, die 210.000 Euro
sieht er gut investiert.
Diese Vorgaben waren auch die Herausforderung
für abc während der fünf-monatigen Entwicklungszeit.
Die Erfüllung aller Sicherheitsbestimmungen
ist obligatorisch, aber bei Bobs ohne
Rückhaltesystem für Kinder ab 4 Jahre
keine leichte Aufgabe. Ebenso wurde Wert
darauf gelegt, dass die Bahn „rollercoastermäßige“
Elemente und somit auch Airtime enthält.
Alberto Brandestini von abc berichtet
von einer tollen Resonanz und vielen Interessierten
auf der EAS. Daher ist es nicht verwunderlich,
dass es Pläne gibt, die Bahn in verschiedenen
Bauarten anzubieten, beispielsweise in
anderen Layouts oder mit Personenlift
und Hochsektion. Auch eine höhere Maximalgeschwindigkeit
und Anpassung an gegebenes Gelände ist
möglich.
Noch ist nicht sicher, ob die Bahn auf
dem Freigelände bleibt. Eventuell wird
sie in der Halle aufgebaut, um wetterunabhängig
zu sein. Relativ sicher hingegen ist,
dass die Bahn nicht thematisiert wird.
Die Idee hinter der „Flotten Biene“ war,
einen Bezug zur Region zu schaffen. Da
lag die Sage um die Andernacher Bäckerjungen
nahe. Ein Name in Richtung „Bäckerjungenbahn“
klang zu holprig, aber da die Jungs die
Angreifer aus Linz mit Bienen in die Flucht
schlagen konnten, war der Name gefunden.
Neben den Schienen sind auch die Bobs
gelb lackiert und mit schwarzen Streifen,
so wie die der Biene Maja, verziert. Möglicherweise
wird noch etwas am Turm verändert, mehr
aber nicht. Auch wenn Freizeitparkfans
das im Herzen weh tut, ist es für den
Park einfach nicht zu finanzieren, denn
die Gäste legen keinen großen Wert darauf
(würden daher also auch nicht mehr Geld
bezahlen). Dies sieht man an den restlichen
Spielmöglichkeiten und Attraktionen, die
ebenso wenig thematisiert sind. Sie sind
sauber, gut gewartet und funktionell.
Und genau das ist für die Kinder auch
wichtig, um Spaß zu haben. Mehr Mühe bei
der Gestaltung, sowohl im Hallenbereich,
als auch im Außenbereich fände ich auch
für einen solchen „Spielplatzpark“ dennoch
wichtig. Vielleicht mit einfachen und
daher kostengünstigen Mitteln. Dies vermisst
man im Trampolino noch.
Allgemeines zum Trampolino
Das Trampolino wurde 2001 eröffnet. Seitdem
wurde der Spielpark stetig erweitert.
Inzwischen bietet er auf 4000m² Indoorfläche
und über 6000m² Außenfläche mehr als die
namensgebenden Trampolins. Kletterlabyrinth
und –brücke, Rollen- Rutschbahn, Sky-Glider,
Tretboote, Nautic-Jet und Tret-Gokarts
sind einige der Attraktionen, die alle
beim Eintrittspreis von 6,90€ inklusive
sind. Nur der Autoscooter und das Bungee-
Trampolin kosten extra. <<<
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