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Vorgestellt
von Ralph Latotzki
Was baut ein Freizeitpark,
wenn sich die Macher in den Kopf gesetzt
haben, aus diesem Deutschlands Achterbahnpark
Nr. 1 zu machen, und schon die folgenden
Projekte im Park realisiert wurden? 1983
startete der Heidepark seine Achterbahngeschichte
mit dem Bau der damals größten
Loopingbahn Europas, mit Namen Big Loop.
Anfang der 90er Jahre baute man dann die
größte Bobbahn der Welt, die
auch im Jahre 2001 noch fast alle Rekorde
beibehalten wird. Und 1999 war mit Limit
die Zeit des ersten Inverted Coasters
in einem deutschen Freizeitpark gekommen.
Die Antwort auf die eingangs gestellte
Frage ist Colossos, die welthöchste
Holzachterbahn im klassischen Stil. Mit
dieser Eingrenzung sei Son of Beast, eine
hölzerne Loopingbahn im amerikanischen
Park Paramount Kings Island ausgegrenzt,
die noch einige Meter höher ist als
der nach Parkangaben 60 Höhenmeter
messende Colossos. Man wies uns extra
noch einmal auf diesen Wert hin, nachdem
es in den Vorab-Berichten in den vorangegangenen
Ausgaben der Park+Ride zu wechselhaften
Angaben gekommen war.
Das Projekt
Schon
lange hegte der Parkbesitzer Hans Jürgen
Tiemann den Traum, eine Holzachterbahn
zu bauen. Groß sollte sie sein und
die Besucher in Scharen anziehen. Bereits
im Sommer 1998 bekam ich vom Heidepark
die offizielle Bestätigung, dass
eine Holzachterbahn geplant sei. Bekanntlich
zog sich das Projekt noch ein wenig hin,
bedingt unter anderem durch die Expo.
Dies hatte vor allem den Vorteil, dass
man erstmal beobachten konnte, was für
Probleme bei Wild Wild West in Warner
Bros. Movie World auftreten, der ersten
Holzachterbahn der Neuzeit in Deutschland,
und damit auch die erste Bahn, bei der
man sich mit modernen Industrienormen
rumschlagen musste.
Der Bauauftrag für Colossos wurde
im Frühjahr 2000 gegeben. Man entschied
sich für einen "Wooden Speed
Coaster", eine Neuentwicklung der
Firma Intamin. Platziert wurde die Bahn
auf einem Teil des Geländes, das
bis vor kurzer Zeit den Wildpark beheimatete.
Ein direkter Zusammenhang zwischen der
Aufgabe des Wildparks und dem Bauvorhaben
Colossos besteht übrigens nicht,
der freigewordene Platz ließ sich
aber durch die Holzachterbahn sehr gut
nutzen. Nicht nur, dass die Bauvorschriften
an dieser Seite des Parks gut mit einer
solch großen Bahn zu vereinbaren
waren, sie bildet nun auch einen optischen
Abschluss des weitläufigen Parkgeländes.
Als das Konzept stand und der Bau eingeleitet
wurde, ging alles sehr schnell. Bereits
am 4. September startete man mit der Holzkonstruktion.
Bis dahin war schon ein großer Teil
der Bodenarbeiten erledigt worden. Die
Holzbaufirma Cordes, in Rotenburg nicht
weit vom Heidepark entfernt beheimatet,
zeichnete sich für den Holzbau verantwortlich.
Bis zu Colossos hatte sie noch nichts
mit Holzachterbahnen zu tun gehabt, aber
durch das Großprojekt des bekannt
gewordenen Holzdaches auf der Expo hatte
man sich empfohlen. So wie es aussieht,
wird es nicht die letzte Holzachterbahn
dieser Firma bleiben.
Wie der Park
und die Holzbaufirma ist übrigens
auch das Holz selber norddeutsch. Es handelt
sich um vollständig druckimprägnierte
Kiefer. Man kann das so vorbehandelte
Holz im Nachhinein bearbeiten, ohne sich
um Oberflächenschäden Gedanken
machen zu müssen. Eine weitere Maßnahme,
das Holz "frisch" zu halten
ist übrigens der Einbau einer Sprinkleranlage
in die Bahn. Diese gewährleistet
eine gleichbleibende Feuchtigkeit der
Konstruktion, so dass auch einseitige
Sonne keine großen Auswirkungen
auf das Gebälk haben kann. So kann
man das Schwindverhalten des Holzes kontrollieren
und damit dem Verziehen der Holzkonstruktion
vorbeugen.
Die Schienen
Viele überdimensional
große Holzachterbahnen (am sonstigen
Standard gemessen) leiden unter schlechten
Fahrteigenschaften. Man versuchte, diesem
Phänomen mit Bremsen zu begegnen,
welche teilweise schon auf der großen
Abfahrt ihren Dienst tun und damit jedem
Versuch, dem Fahrgast Spaß zu vermitteln,
den Zahn ziehen. Das plakativste Beispiel
ist wohl Dorney-Parks Hercules, eine Holzachterbahn
mit einer 45m hohen ersten Abfahrt, die
in eine Steilkurve führt. Auf dieser
Abfahrt wurden gleich drei Reduzierbremsen
installiert, um so das Rappeln in der
Kurve unten in den Griff zu bekommen.
Das Resultat war, dass der Zug den nächsten
Anstieg nicht mehr komplett schaffte.
Dieser musste nun erniedrigt werden und
die nachfolgende Strecke wurde in direkter
Folge zur Aussichtsfahrt degradiert.
Genau diesem Phänomen des Rappelns
des Zuges wollte man beikommen. Es gab
nun zwei einigermaßen sichere Weisen
dieses Problem zu umgehen. Entweder benutzt
man Stahlschienen oder entwickelt ein
neues hölzernes Schienensystem. Über
erstere Lösung wurde nicht mal ansatzweise
nachgedacht. Man wollte eine reine klassische
Holzachterbahn bauen und keinen Hybrid.
Puristen würden diese Bahn dann auch
gar nicht mehr als Holzachterbahn durchgehen
lassen, wie man am Beispiel Gemini in
Cedar Point sieht. Hier hat Arrow eine
Achterbahn mit Holzgerüst und Stahlschienen
gebaut. Von Seiten des Heideparks sprach
man übrigens bei Erwähnung dieser
Möglichkeit sogar von Stilbruch.
Man entwickelte
also tatsächlich ein neues Schienensystem
für Colossos, dessen Unterschiede
sich am besten aufzeigen lassen, wenn
ich erst noch mal das herkömmliche
System beschreibe. Der Einfachheit halber
werde ich dieses sehr bildlich beschreiben,
in Wahrheit ist das Verfahren viel aufwendiger
und präziser als es im Text den Anschein
haben wird.
Man nehme ein großes Holzgerüst
mit vielen Querbalken, über die man
eine Achterbahnschiene legen kann. Dann
nagle man ein paar längs gerichtete
Holzbretter auf diese Querbalken und biege
sie dabei in etwa in die Form der später
gewünschten Fahrtstrecke. Darauf
wird dann versetzt eine weitere Lage Bretter
genagelt. Insgesamt werden es ca. 8 Lagen,
wobei die oberen innen ein wenig überstehen,
so dass Räder darunter greifen können,
die verhindern, dass die Züge abheben
können. Das ganze wird noch ein wenig
zu Recht gesägt und unter den Überhang,
auf die Innenseite und die Oberseite der
Schienenkonstruktion wird eine Metallauflagefläche
befestigt, die zu dem Zweck zurecht gebogen
werden muss. All das sollte mit möglichst
genauer Einhaltung des Schienenabstandes
und des vorgegebenen Weges vonstatten
gehen.
Der große Unterschied der Colossos-Schienen
zum herkömmlichen System besteht
darin, dass die Schienen nicht vor Ort
gebaut werden, sondern fertig zum Einbau
angeliefert werden. Dies erfordert natürlich
ein weitaus genauer den geplanten Maßen
nach gebautes Grundgerüst, jedoch
lassen sich so höhere Fertigungsgenauigkeiten
bei den Schienen bewerkstelligen.
Werner Stengel
hat mittels seiner Berechnungen den genauen
Fahrtweg der Colossos-Züge bestimmt
und damit auch die Lage der Schienen.
Die Daten für die einzelnen Schienenabschnitte
liegen in digitaler Form vor und wurden
an die Firma Merk übermittelt, die
damit direkt ihre große Maschine
gefüttert hat, die aus einem großen
verleimten Holzblock ein Schienenstück
herausschneidet. Durch die teilweise sehr
verbogenen Formen dieser Schienenstücke
gab es viel Verschnitt, aus 500 m3 Rohmaterial
hat man gerade einmal 200 m3 Schiene fertigen
können. Dafür hat man aber exakt
die gewünschte Form erhalten. Das
Profil der Schienen unterscheidet sich
eigentlich nicht von dem angestrebten
Endprodukt der oben geschilderten Balkenbastelei
und auch hier werden auf dem Holzkörper
jeweils drei breite Metalleisten befestigt,
auf denen dann die Räder rollen.
Die Lauffläche der Räder, die
letztendlich das Gewicht des Zuges tragen
müssen, hat eine dickere Metallunterlage,
die in das Holz eingelassen ist. An den
Enden der Schienenstücke befinden
sich jeweils zueinander passende metallene
Endstücke, die miteinander verbolzt
werden. Setzt man das alles zusammen,
bekommt man einen äußerst stabilen
Schienenstrang, den man nur noch mittels
großer Metallverbindungen mit dem
tragenden Holzgerüst verbinden muss.
Die Neuentwicklung
des Schienensystems von Colossos hat übrigens
fast die gesamte Produktion von Holzachterbahnen
weltweit in diesem Jahr gestoppt. Natürlich
war dies nicht der einzige Grund, aber
sicherlich einer der ausschlaggebenden.
Fast alle Parks, die mit dem Gedanken
spielen, eine große Holzachterbahn
zu bauen, schauen auf den Heidepark und
warten ab, wie sich das neue System bewährt.
Doch nicht nur die Parks sind an dem neuen
System interessiert, sondern auch andere
Hersteller werden sich naturgemäß
das Ergebnis genauer anschauen.
Von dem neuen System verspricht man sich
übrigens nicht nur eine größere
Laufruhe der Züge, sondern auch eine
höhere Lebensdauer. Voraussichtlich
doppelt so lange werden die neuentwickelten
Schienen gegenüber den alten halten.
In wie weit sich die höheren Anschaffungskosten
gegen die geringeren Wartungskosten aufrechnen
lassen, wird allerdings erst die Praxis
wirklich zeigen.
Abschließend sei nach eingehender
Inspektion der Schienen noch die kuriose
Befürchtung in den Raum geworfen,
dass die neuen Schienen für eine
Fahrt ähnlich deren auf laufruhigen
Stahlachterbahnen sorgen wird. Vielleicht
ergibt sich dadurch nämlich das Phänomen,
dass Colossos sich gar nicht mehr wie
eine Holzachterbahn anfühlt. Diese
Annahme ist dank der präzisen Konstruktionsweise
von Colossos vermutlich durchaus berechtigt,
bewerten muss das aber jeder selber. Bald
ergibt sich ja die Möglichkeit dazu.
Die Bremsen
Eine der Maßgaben
bei der Planung von Colossos war, dass
die Bahn in gewisser Weise einen Geschwindigkeitsrausch
vermitteln soll. Grundvorrausetzungen
dafür sind eine große Höhe
und bis zum Ende der Fahrt möglichst
keine Bremse.
Die eigentliche Problematik dieser Maßgabe
lässt sich erkennen, wenn man das
System der Abschlussbremse einmal genauer
unter die Lupe nimmt: Nach Magnus Colossus
ist Colossos die zweite Holzachterbahn,
die mit Wirbelstrombremsen ausgestattet
ist. Hierbei handelt es sich um eine Bremsenart,
die ohne tatsächlichen Kontakt der
Bremseinrichtung mit dem Zug arbeitet
und so äußerst verschleißfrei
ist. Vor allem bei hohen Endgeschwindigkeiten
erweist sich dieses als großer Vorteil.
Unter den Zügen befindet sich zum
einen das Metallschwert, das durch die
Magnetbacken der Wirbelstrombremse geführt
wird. Zum anderen ist hier der Haken zu
finden, der in die Kette greift. Weiterhin
findet man hier die Rücklaufsicherung
und die Angriffsfläche der Reibradantriebe,
die im Stationsbereich den Zug befördern
bzw. festhalten. Und zu guter letzt hat
man hier auch noch neben den eigentlichen
Radsätzen ein Reibrad angebracht.
Eine Wirbelstrombremse ist nicht dazu
geeignet, einen Zug zum Stoppen zu bringen.
Und für eine herkömmliche Backenbremse
sollte das Schwert, dass zwischen die
Magnete geführt wird, nicht verwendet
werden, da dieses dann unnötig verbogen
werden könnte. Eine Blockbremse zu
installieren war also nur schwer möglich
und man hat letztendlich davon abgesehen.
Um die Kapazität der Bahn trotzdem
hoch zu halten, 1500 Personen können
theoretisch in einer Stunde durchgeschleust
werden, hat man darauf geachtet, die Strecke
zwischen der Abschlussbremse und dem Liftende
möglichst kurz zu halten. Bei manch
anderer Achterbahnkonstruktion ist es
nämlich schon vorgekommen, dass der
Zug mehr Zeit in diesem Bereich verbringt
als auf der Abfahrtsstrecke. Hervorzuheben
bei Colossos ist hier vor allem der extrem
schnelle Kettenaufzug und der große
Neigungswinkel des Lifts.
Der eigentliche Feind des Geschwindigkeitsrausches
ist jedoch nicht die Blockbremse, diese
soll ja nur die Züge stoppen, wenn
der Ablauf unterbrochen ist, sondern die
Reduzierbremse. In wie weit man auf diese
verzichten kann, ist im Vorfeld nicht
zu ermitteln gewesen. Begründet liegt
dieses darin, dass die Bahn technisch
gesehen ein Prototyp ist und man die während
der Fahrt auftretenden Reibungsverluste
nicht aus Erfahrungswerten herleiten konnte,
sondern total der Theorie vertrauen musste.
Man vermutet, dass die Endgeschwindigkeit
ungefähr 55 km/h betragen wird und
kann sich auf etwaige Abweichungen einstellen,
indem man die Anzahl der Magnete in der
Bremsstrecke variiert. Sollten die Züge
auf der Strecke all zu schnell werden,
so ist man gezwungen, über eine Reduzierbremse
nachzudenken. Angedacht ist in diesem
Fall, eine Magnetbremse auf dem geraden
Schienenstück vor der Einfahrt in
die Helix einzubauen. Was sich letztendlich
als geeignetster Kompromiss zwischen Wartungsfreundlichkeit
und Wohlbefinden der Mitfahrer erweißt,
kann man jedoch erst nach den Probefahrten
abschätzen.
Die Züge
Ein neuer Achterbahntyp
zieht meistens einen neuen Fahrzeugtyp
nach sich. Bei Colossos sah man die Notwendigkeit
vor allem durch die stark erhöhten
Geschwindigkeiten gegeben, die gegenüber
fast allen anderen Holzachterbahnen erreicht
werden. Ziel war es nicht nur, eine höhere
Laufruhe der Fahrzeuge gewährleisten
zu können, sondern auch den Verschleiß
in Grenzen zu halten.
Aus diesem Grund hat man das Fahrwerk
gegenüber den bisher von Intamin
gebauten Zügen für Holzachterbahnen
ein wenig verändert. Zum einen sind
die Räder größer geworden,
so dass sie sich bei gleicher Geschwindigkeit
langsamer drehen können. Zum anderen
hat man die Befestigung der seitlichen
Führungsräder mit einem Gummipuffer
versehen, so dass der Anschlag bei Kurveneinfahrten
abgedämpft wird. Zu guter Letzt hat
man die erstmals bei Eftelings Pegasus
umgesetzte Idee wieder aufgegriffen, statt
Rädern, die eine metallene Oberfläche
haben, Polyurethanüberzogene Räder
bei einer Holzachterbahn einzusetzen.
Diese sorgen für eine weichere und
leisere Fahrt, führen jedoch höhere
Reibungsverluste mit sich. Da diese jedoch
schon mit in die Berechnung von Colossos
eingeflossen sind, sollte das Fahrerlebnis
dadurch nicht gehemmt werden.
Eine weitere Neuerung bildet die Tatsache,
dass sich unter jedem Wagen ein Reibrad
befindet, dass auf dem Lift zum Einsatz
kommt. Zu diesem Zweck hat man neben der
Kette eine Leiste angebracht, die als
Lauffläche für die Räder
dient. Sinn des ganzen ist die Verringerung
der Liftgeräusche. Mittels Magnetkräften
wird nämlich die Rücklaufsperre
von der Zahnleiste gehoben, wenn der Zug
eine gewisse Geschwindigkeit erreicht
hat. So entfällt dann das altbekannte
Klacken.
Ansonsten gibt es zu den Zügen noch
zu sagen, dass die Sitzposition sehr offen
ist, was nicht verwundert, wenn man weiß,
dass die Züge an die angelehnt sind,
welche auf Intamins Megacoastern verwendet
wurden. Von diesen übernommen hat
man auch die Eigenart, dass die hinteren
Sitzreihen eines jeden Wagens höher
angeordnet sind als die vorderen. Die
Sitze selber sind Schalensitze, deren
Sitzfläche sich ungefähr auf
einer Ebene mit der Oberkante des Chassis
befindet. Personen, die sich gerne in
Achterbahnwagen vor Angst verstecken möchten,
um möglichst wenig von der Fahrt
mitzubekommen, werden also nicht all zu
begeistert sein.
Die Fahrt
Zum Erscheinungstermin
dieser Park+Ride werden schon die ersten
ein paar Runden auf Colossos gedreht haben,
bis zum Redaktionsschluss ist jedoch noch
niemand in den Genus gekommen, mit dieser
Bahn zu fahren. Deswegen findet ihr an
dieser Stelle auch keinen Erlebnisbericht,
sondern reine Theorie (angereichert durch
die Erzählungen von Werner Stengel,
der diese Bahn bereits im Traum gefahren
ist und davon auf einer Pressekonferenz
berichtete). Alle folgenden Angaben der
Belastungen, die auf den Fahrgast wirken
werden, sind übrigens die theoretischen
Werte. In der Praxis kann es zu gewissen
Abweichungen kommen.
Mittels der den Zug in der Station festhaltenden
Reibräder wird dieser auf den Lift
geschoben. Die Kette zieht ihn weit über
die Kuppe hinüber und überlässt
ihn dann kurz vor der Einfahrt in die
Kurve, die übrigens in keinster Weise
seitlich geneigt ist, voll und ganz den
Einflüssen der Gravitation. Nach
der großen Abfahrt folgen zwei gewaltige
Camelbacks. Vor dem ersten werden die
Fahrgäste mit ca. 4,5g in den Sitz
gedrückt. Vor dem zweiten mit 4g.
Noch beeindruckender ist jedoch der Wert
-O,7g der oben auf dem ersten Camelback
erreicht wird. Wie ihr sicher alle wisst,
bedeutet 1 g die normale Erdbeschleunigung
und Og sind Schwerelosigkeit. -O,7g sind
dementsprechend massive Airtime. Nach
den Camelbacks kommt eine weitere steile
Auffahrt und in der folgenden weit geschwungenen
S-Kurve wird man mit maximal 3,3g belastet,
während man Höhenunterschiede
zurücklegt, die im Bereich der Lifthöhe
gewöhnlich großer Holzachterbahnen
liegen. Auf dem Rückweg folgt eine
weitere gerade Abfahrt, in deren nachfolgender
Kuhle 2,5g wirken, und der langgezogene
Speedbump, der die Fahrgäste mit
-O,2g aus dem Sitz hebt.
Zu dem Rest der Strecke liegen mir leider
keine Werte vor, einzig und allein die
Belastungen zwischen den abschließenden
Bunnyhops, die so groß sind, dass
man sie eigentlich auch schon Camelbacks
nennen müsste, kann ich noch wiedergeben:
ca. 2,2g.
Den Werten nach dürfte die Fahrt
recht intensiv werden und auch die Optik
der Bahn lässt darauf schließen.
Wahrscheinlich werden die Geschwindigkeit
und die Höhe ihr Übriges tun,
um die Fahrgäste zu beeindrucken
und wir können uns auf ein einzigartiges
Achterbahnerlebnis freuen.
Das Schlusswort
Ich habe nun
umfassend über Colossos berichtet, doch
einen Teil musste ich leider auslassen,
nämlich eine reelle Fahrtbeschreibung.
Aber ist es nicht eigentlich viel spannender,
am 5. Mai zum Event des FKF im Heidepark
zu kommen, ohne zu wissen, wie sich Colossos
genau fährt? Ich kann euch alle nur aufmuntern,
die Gastfreundschaft des Heideparks auszunutzen
und den Weg nach Soltau anzutreten. Ihr
werdet nicht nur einen der größten Meilensteine
der deutschen Achterbahngeschichte kennen
lernen können, sondern sicherlich auch
sonst einen schönen Tag haben. Abschließend
möchte ich noch allen danken, die mir
geholfen haben, diesen Bericht zu schreiben.
Zu nennen sind vor allem Ulf Cordes, Helmut
Nothing, Gunnar Sprengel und Ralf Lindhorst.
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