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Vorgestellt
von André Kannapin
Mitten
im Elsass, zwischen Straßburg und Colmar,
liegt das kleine Städtchen Kintzheim (45
km bis zum Europark/Rust): Heimat des
Freizeitparks Cigoland, welcher sich seit
1974 auch aktiv für den Schutz und die
Vermehrung der Storche einsetzt. Und so
gibt es neben einem guten Angebotsmix
aus Karussells für große und kleine Gäste
eben auch zahlreiche Informationen über
den Weißstorch und einige Tiergehege zu
bestaunen.
Für den Erstbesucher stellt sich vorab
die Frage, wie der Park, welcher erst
vor einigen Jahren von Parc des Cigognes
in Cigoland umgetauft wurde, eigentlich
zu seinem Namen gekommen ist!?
Der Storch (frz.: cigogne) ist in gewisser
Hinsicht ein Emblem der elsässischen Region.
Nachdem sich der Bestand der Störche durch
Austrocknung der Biotope und Jagd in den
80er Jahren immer weiter reduzierte, verpflichtete
sich der Park, der eigentlich nur als
Freizeitpark für Familien geplant war,
bei seiner Entstehung 1974 auch für den
Schutz und die Vermehrung der Störche
einzutreten. So entstanden mehrere Volieren
und künstlich erschaffene Storchennester
im Park, in denen die Störche gezüchtet,
und durch spezielle Methoden wieder heimisch
gemacht wurden. Der Park wurde das "Land"
der Störche, Cigoland war geboren.
Heute befinden sich im Park drei Volieren,
in denen männliche und weibliche Störche
gehalten werden, die für zahlreichen Nachwuchs
sorgen sollen. Weitere drei Volieren sind
den Jungstörchen vorbehalten, die in dieser
"Gefangenschaft" geboren werden. Nach
drei Jahren werden diese in die Freiheit
entlassen, bleiben danach aber in der
Regel heimisch im Cigoland. Dies bedeutet,
dass sie fast alle wieder in den Park
zurückkommen nach der Rückkehr von der
alljährlichen großen Reise in den Süden.
So ist es den Pflegern im Park gelungen,
dass es im Park und seiner Umgebung jährlich
80 - 100 Geburten von Jungstörchen gibt
und sich in der Region etwa 200 Störche
tummeln.
Doch es gibt neben den Störchen auch einige
Attraktionen zu erleben, wie zum Beispiel
eine kleine Parkrundfahrt, eine Oldtimerbahn,
Bumper Boats, eine Pferdebahn oder einen
Ride, den man früher in zahlreichen französischen
Parks finden konnte: King Kong. Bei dieser
hebt ein riesiger Gorilla eine Gondel
zwischen seinen Armen in die Höhe und
bietet den Besuchern so eine schöne Aussicht
aus knapp fünf Metern Höhe. Und während
die meisten Anlagen in ihren Parks ausgemustert
wurden, hebt King Kong im Elsass noch
immer bis zu vier Fahrgäste auf einmal
in die Höhe.
Weitere Kleinattraktionen wie eine Kanufahrt
für die Jüngsten ergänzen das Angebot,
doch interessiert uns eher die Hauptattraktion
des Parks: Der im Jahr 2002 eröffnete
Train de la mine (die Minenachter-
bahn), auch ohne dazugehörige Mine sicherlich
der größte Anziehungspunkt im Park. Dabei
handelt es sich um eine der in Frankreich
sehr beliebten und zahlreich zu findenden
Soquet Achterbahnen mit überschaubarer
Höhendifferenz. Nach einem First Drop
über einen kleinen Teich hinweg geht es
nach einem ersten Hügel durch eine dieser
für Soquet so typischen, etwas unrunden
Helix bevor der Zug nach einem weiteren
Buckel in einer weiteren Helix in ein
kleines Tal rast, um nach weiteren Richtungswechseln
und kleinen Hügeln in die Schlussbremse
einzufahren.
Wer es etwas ruhiger angehen lassen will
und sich einen Überblick über den Train
de la Mine und den Rest des Geländes verschaffen
möchte, dem sei die lange Einschienenhochbahn
empfohlen. Besonders einfallsreich und
meines Wissens nach einzigartig sind die
ungewöhnlichen Chaisen, welche einem Storchennest
nachempfunden sind. Als zusätzlichen Anreiz
versorgt die sich über den Park schlängelnde
Hochbahn die Besucher über Lautsprecher
in jeder Gondel mit Informationen in m
e h r e r e n Sprachen über den Park und
seine schwarzweiß gefiederten Maskottchen.
In den Sommermonaten gastiert als Show
stets ein kleiner Zirkus im Park und bietet
so auch ein wenig Entertainment. Und auch
wenn man wohl kaum zwei Tage zum Besuch
des Parks braucht, so sei dennoch das
Parkeigene Hotel zu empfehlen, wenn man
vorhat etwas mehr Zeit in dieser wunderschönen
Landschaft zu verbringen.
Fazit:
Der Park macht einen gepflegten Eindruck,
man legt viel Wert auf Freundlichkeit
und Sauberkeit. Ein Park, der meiner Meinung
nach durchaus im Auge zu behalten ist,
denn er hat sich nicht nur trotz übermächtiger
Konkurrenz in den letzten Jahren in einer
kleinen Nische gemütlich gemacht, auch
entsteht in nur 50 Kilometer Entfernung
ein neuer Center Parcs, der dem Park sicherlich
noch einmal einen Besucherzuwachs ermöglichen
wird.
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